Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Standort Kiel-

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Inhalt: Geschichte



Dienstgebäude der WSD Nord
Dienstgebäude der WSD Nord,
Hindenburgufer 247 in Kiel

Staatsvertrag (1921)

Mit dem Staatsvertrag von 1921 (Gesetz vom 29.07.1921 - Reichsgesetzblatt S.961) wurden die dem allgemeinen Verkehr dienenden Wasserstraßen von den Ländern mit Wirkung vom 01.04.1921 unter das Eigentum und die Verwaltung des Reiches gestellt. Dabei waren auf den Reichsverkehrsminister als zentrale Instanz die Zuständigkeiten der obersten Länderbehörden hinsichtlich Bau, Unterhaltung, Betrieb und Verwaltung der Reichswasserstraßen einschließlich der Strom- und Schifffahrtspolizei, der Zuständigkeit für Seezeichen, Lotswesen und sonstige verkehrliche Belange übergegangen. Dagegen war die einstweilige Verwaltung in der Provinzial- und Ortsinstanz weiterhin bei den mittleren und unteren Behörden der Länder verblieben, allerdings auf Kosten des Reiches und unter Leitung des Reichsverkehrsministers. Die im Staatsvertrag (§ 11) als "einstweilig" bezeichnete Verwaltung der Reichswasserstraßen blieb damit zunächst nur auf die Zentralinstanz beschränkt. Als nachgeordnete Wasserstraßenbehörde des Reichs gab es 1921 lediglich das Reichskanalamt und die im August 1920 für die Kanalisierung des Neckars errichtete Neckarbaudirektion. Eine umfassende Reichswasserstraßenverwaltung mit eigenem Unterbau war zwar vorgesehen, ist mit letzter Konsequenz aber erst unter Geltung des Grundgesetzes als Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes verwirklicht worden. Die Gründung der Wasserstraßendirektion in Kiel ist deshalb als ein weiterer Schritt hin auf eine unmittelbare Reichsverwaltung anzusehen.


Wasserstraßendirektion Kiel (1939 bis 1947)

Am 01.04.1939 wurden die "Wasserstraßendirektionen" (die Vorläufer der Wasser- und Schifffahrtsdirektionen) als eine gesonderte Abteilung beim Oberpräsidenten der Provinz Schleswig- Holstein in Kiel errichtet. Die rechtliche Grundlage lieferte hierzu der Erlass vom 25.02.1939 (Reichsgesetzblatt I, S.322). Gleichzeitig wurde das 1895 für den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute Nord-Ostsee-Kanal) errichtete Reichskanalamt (bis 1919 Kaiserliches Kanalamt) aufgehoben und bei der Direktion eine Unterabteilung "Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals" gebildet. Damit wurde die bis dahin dem Regierungspräsidenten in Schleswig unterstellte Verwaltung der Wasserstraßen und Seegebiete Schleswig- Holsteins sowie die Kanalverwaltung in einer Behörde zusammengefasst und in die seinerzeit schon im Reich weitgehend bestehende Reichswasserstraßenverwaltung eingegliedert. Die Wasserstraßendirektion in Kiel blieb zwar Landesbehörde, unterstand aber der Leitung des Reichsverkehrsministers, der die zur Durchführung der ihr obliegenden Aufgaben erforderlichen Rechtsverordnungen und Verfahrensvorschriften erließ (Auftragsverwaltung). Die Einbindung in die Landesverwaltung Preußens, hier der Provinz Schleswig- Holstein, ist aus der damaligen Rechts- und Verwaltungsstruktur herzuleiten. Die Unterabteilung "Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals" mit den von ihr eingerichteten Neubauämtern hat im Jahre 1944 ihre Arbeiten eingestellt, ohne dass wesentliche Bauarbeiten ausgeführt werden konnten. In einem der letzten Reichsverkehrsblätter (Nr.4 vom 05.07.1944 S.14) wird schließlich nur noch auf eine Änderung der Betriebsordnung des Kanals hingewiesen, "die von der Direktion in Kiel bezogen werden kann". Nach Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1945 gehörte die Wasserstraßendirektion Kiel zunächst zur Landesverwaltung Schleswig- Holsteins.

 

Seewasserstraßendirektion (1947 bis 1949)

Nach einer Übergangsphase (u.a. Unterstellung unter die in der britischen Besatzungszone errichtete Generaldirektion für Wasserstraßen und Binnenschifffahrt) wurden die Wasserstraßen mit Gesetz über den Aufbau der Verwaltung für Verkehr vom 12.09.1948 (Amtsblatt der Militärregierung -britisches Kontrollgebiet- S.83) aus der Landesverwaltung herausgenommen und der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes als "Verwaltung für Verkehr mit den Abteilungen Seeverkehr, Binnenschifffahrt und Wasserstraßen" übertragen. Mit Erlass vom 22.02.1947 wurde die Wasserstraßendirektion Kiel in Seewasserstraßendirektion umbenannt (Verkehrsblatt 1947 S.4) mit folgenden Ortsbehörden: Seewasserstraßenamt Tönning, Glückstadt, Lübeck, Ostsee/ Kiel, Kaiser-Wilhelm-Kanal in Kiel/Holtenau, Brunsbüttelkoog sowie Seewasserstraßen- Maschinenamt Rendsburg/Saatsee und Seewasserstraßen- Verkehrsamt Kiel/Holtenau mit den Hafenkapitänen Holtenau und Brunsbüttelkoog und ab 10.06.1947 das Seezeichenamt Brunsbüttelkoog. Mit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24.05.1949 wurde die Überleitung der Verwaltung der Wasserstraßen in die Zentralinstanz des Bundes verwirklicht. Nach Art. 87 Absatz 1 Satz1 GG wird die Verwaltung der Bundeswasserstraßen in bundeseigener Verwaltung mit eigenem Verwaltungsunterbau geführt. Für diese Entscheidung war maßgebend die Erwägung, dass "die Wasserstraßen nicht Stück für Stück verwaltet werden können, sondern einheitlich als Ganzes für ein gesamtes Stromgebiet und Verkehrsnetz betrachtet werden müssen und dass daher ihre Verwaltung nach Stromgebieten, nicht nach Ländern zusammenfassbar sei" (so Abgeordneter Hoch in der 16.Sitzung des Hauptauschusses des Parlamentarischen Rates am 03.12.1948, stenographische Protokolle, S.198 ff). So wurden die vormals preußischen Wasserstraßenbehörden, die die Reichsaufgaben mit wahrgenommen hatten, auch in der Mittel- und Ortsinstanz Bundesdienststellen, die unmittelbar dem neuen Bundesverkehrsministerium unterstellt wurden. Neu hinzu traten für diese Dienststellen unter starker Dezentralisation umfangreiche Aufgaben aus dem Bereich der Binnen- und Seeschifffahrt. Dies führte am 01.11.1949 zur Umbenennung der (See-)Wasserstraßendirektion in Wasser- und Schifffahrtsdirektion.

 

Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel (1949 bis 1975)

Aufgrund von Verwaltungsvereinbarungen des Bundesverkehrsministeriums mit dem Land Schleswig-Holstein nahm die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel/ Nord bis zum Jahre 1980 im Auftrage des Landesministers für Wirtschaft und Verkehr die Verwaltung, Unterhaltung und den Ausbau der staatlichen Häfen und die bauliche Betreuung der kleineren kommunalen Häfen wahr. Des weiteren führt die Direktion bis zum heutigen Tag alle wasser- und hafenbaulichen Maßnahmen für die Bundeswehr und den Bundesgrenzschutz durch, da für diesen Bereich keine eigenen Bauverwaltungen eingerichtet wurden.

 

Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (seit 1976 bis 2013)

Eine letzte, abgeschlossene organisatorische Änderung fand 1976 statt. Im Zuge der Neuordnung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die Organisation und Wirtschaftlichkeit verbessern sollte, wurde die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hamburg zu einer Behörde mit Sitz in Kiel zusammengelegt und führt seitdem die Bezeichnung "Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord".

 

Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt - Außenstelle Nord (seit 2013)

Im Zuge der weiteren Reform der Wasser- und Schifffahrtsveraltung wurde im Jahr 2013 die Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt geschaffen. In diesem Zusammenhang wurde die WSD Nord in die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Außenstelle Nord überführt.